Was ändert sich durch das sogenannte Energiesammelgesetz an der Vergütung für Solaranlagen?

Häufige Frage

erstellt am: 

16.11.2018

Textfassung vom: 

16.11.2018

zuletzt geprüft am: 

16.11.2018

Gesetzesbezug: 

A. Änderung des EEG 2017 durch das Energiesammelgesetz

Die geplante Änderung des EEG 2017 durch das sog. Energiesammelgesetz (EnSaG) sieht unter anderem eine Verringerung der Förderung von bestimmten Solaranlagen vor.

Einen Überblick zum aktuellen Stand des Gesetzgebungsverfahrens finden Sie auf unserer Seite zum Entwurf des EnSaG.

Konkret soll der anzulegende Wert in § 48 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 EEG 2017 von 10,17 Cent pro Kilowattstunde auf 8,33 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden.

Betroffen von dieser Verringerung wäre nur Strom aus Solaranlagen,

  • die ab dem 1. Januar 2019 in Betrieb genommen wurden,
  • mit einer installierten Leistung von über 40kWp bis einschließlich 750 kWp, wobei die Vergütung für den Leistungsanteil bis einschließlich 40 kWp nicht umfasst wäre, und
  • die ausschließlich auf, an oder in einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand angebracht sind.

Unangetastet bliebe die Vergütung für

  • andere Solaranlagen, also z.B. Freiflächenanlagen (insbesondere an Autobahnen und Schienenwegen) oder Solaranlagen auf sonstigen Gebäuden und baulichen Anlagen, die vorrangig zu anderen Zwecken als der Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie errichtet wurden. Hierbei kann es sich z.B. um eine ehemalige Tagebaufläche, Altdeponie, Galopprennbahn oder einen geschotterten Lagerplatz handeln.

B. Berechnung der Vergütung von Solaranlagen die ausschließlich auf, an oder in einem Gebäude oder einer Lärmschutzwand angebracht sind

Grundsätzlich ist die Höhe der Förderung von Solaranlagen für jedes Modul einzeln zu ermitteln, so dass sich für jede Solaranlage eine individuelle Höhe der Vergütung ergibt. Die Höhe der Förderung berechnet sich dabei aus

  • den in § 48 Abs. 2 EEG 2017 festgelegten Werten, die von der Höhe der installierten Leistung abhängen (und von der aktuellen Gesetzesänderung voraussichtlich betroffen sein werden) sowie
  • dem Inbetriebnahmezeitpunkt, da von diesem die jeweils anzuwendende Degression der Vergütung abhängt.

Die sich daraus ergebenden jeweils aktuell anzuwendenden Fördersätze für Solaranlagen bis 750 kWp finden Sie auf den Seiten der Bundesnetzagentur.

C. Fiktives Beispiel zu den aktuell anzulegende Werten (Inbetriebnahme zwischen 1. und 30. November 2018)

Aktuell beträgt der bei einer fiktiven Anlagenkonstellation mit einer Gesamtleistung von genau 750 kWp der anzulegende Wert

  • für den der Leistung bis einschließlich 10 kWp entsprechenden Anteil der Stromerzeugung 11,38 Cent pro Kilowattstunde,
  • für den der Leistung von mehr als 10 bis einschließlich 40 kWp der Stromerzeugung 12,36 Cent pro Kilowattstunde und
  • für den der Leistung von mehr als 40 bis einschließlich 750 kWp entsprechenden Anteil der Stromerzeugung 10,70 Cent pro Kilowattstunde.

D. Fiktives Beispiel zu den voraussichtlichen ab dem 1. Januar 2019 anzulegenden Werten

Ab dem 1. Januar 2019 würde der bei einer fiktiven Anlagenkonstellation mit einer Gesamtleistung von genau 750 kWp anzulegende Wert voraussichtlich

  • für den der Leistung bis einschließlich 10 kWp entsprechenden Anteil der Stromerzeugung 11,47 Cent pro Kilowattstunde,
  • für den der Leistung von mehr als 10 bis einschließlich 40 kWp der Stromerzeugung 11,15 Cent pro Kilowattstunde und
  • für den der Leistung von mehr als 40 bis einschließlich 750 kWp entsprechenden Anteil der Stromerzeugung 8,33 Cent pro Kilowattstunde

betragen.

 

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